01.10.2026 Paul Schmidt fragt Gesundheitsminister Carsten Linnemann zu Klinikschließungen
Dr. Paul Schmidt (AfD):
Herr Minister Linnemann, Sie haben vorhin in Ihrem Eingangsstatement gesagt: „Wer krank ist, soll schnell Hilfe bekommen.“ Aber mit Ihrem neuen Stabilisierungsgesetz werden ja viele Kliniken geschlossen, der Weg zur nächsten Klinik wird im Notfall länger. Mit wie vielen Klinikschließungen rechnen Sie im nächsten Jahr? Und welche durchschnittliche zusätzliche Fahrzeit erwarten Sie im Notfall? Und wie viele zusätzliche Todesfälle erwarten Sie im nächsten Jahr in Deutschland dadurch, dass die Fahrzeit zur Notaufnahme nach einem Unfall deutlich länger wird und damit auch die Überlebenschancen sinken?
Dr. Carsten Linnemann, Bundesminister für Gesundheit:
Erstmal möchte ich, dass es in Deutschland eine Versorgungssicherheit auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten gibt. Auch und vor allem im ländlichen Raum. In den größeren Städten haben Sie manchmal – oder meistens – nicht die Probleme, ein Krankenhaus aufzusuchen. Nach meinen Informationen gibt es alleine in Berlin mehr als 50 Krankenhäuser. Aber dieses Beispiel macht deutlich, dass die Krankenhausreform, die aus drei Gesetzen besteht, die wir jetzt angehen, genau richtig ist, weil die auf Spezialisierung und Fokussierung aus ist. Natürlich gibt es eine Grundversorgung, eine Akutversorgung, aber es macht beispielsweise keinen Sinn, dass mehrere Krankenhäuser in einem Umkreis von drei Kilometern alle Knieoperationen anbieten. Das müssen Spezialisten machen.
Dr. Paul Schmidt (AfD):
Der Minister hat überhaupt nicht auf meine Frage geantwortet. Das Problem ist: Mit dieser Reform gehen viele Krankenhäuser vor die Hunde. Und zwar genau dort, wo man sie braucht, wenn man in der Nähe einen Unfall hat. Die Leute, die dort wohnen, werden in Zukunft doppelt so lange brauchen, um im Notfall zum weiter entfernt gelegenen Krankenhaus zu kommen. Das ist das Problem. Er ist überhaupt gar nicht darauf eingegangen.