01.07.2026 Johannes Wagner (Grüne) stößt mit Angaben zur Kernkraft bei Paul Schmidt (AfD) auf Widerspruch (mit Video)

Der grüne Bundestagsabgeordnete Johannes Wagner aus den Landkreisen Coburg und Kronach ist mit Aussagen zur nachhaltigen Energieversorgung im Deutschen Bundestag auf Widerspruch des Bundestagsabgeordneten Dr. Paul Schmidt (AfD) gestoßen.

Wagner hatte in seiner Rede zur Nachhaltigkeit den Klimaschutz in den Mittelpunkt gestellt. Nach Auffassung Schmidts ließ er dabei unerwähnt, dass die Grünen die Abschaltung der Kernenergie durchgesetzt hatten, die zuvor über rund 25 Jahre etwa 30 Prozent des deutschen Stroms CO₂-frei geliefert hatte.

Schmidt meldete sich deshalb zu einer Zwischenfrage, die Wagner jedoch nicht zuließ. Er begründete dies mit den Worten: „Um Gottes willen, nicht von der AfD. Die fragen immer nur irgendwelche faktenleugnerischen Dinge.“

Daraufhin bekam Schmidt von der Sitzungsleitung zu einer Kurzintervention das Wort und wies darauf hin, dass Deutschland rund 25 Jahre etwa 30 Prozent seines Stroms CO₂-frei mit Kernenergie erzeugt habe. Wagner entgegnete: „Da sind Sie weit weg, etwa eine Zehnerpotenz, von Ihren 30 Prozent.“, was etwa 3 Prozent bedeuten würde. Historische Daten zeigen jedoch zweifelsfrei, dass der Anteil der Kernenergie von 1984 bis 2008 zwischen 25 und 32 Prozent lag.

Wagner erklärte zudem: „In Frankreich werden gerade die Atomkraftwerke runtergefahren, weil sie kein Wasser zur Kühlung haben und es so heiß ist.“ Tatsächlich wurden aber nur vier der insgesamt 56 französischen Kernkraftwerke zeitweise heruntergefahren und fünf zeitweise gedrosselt, um die Temperatur im zur Kühlung benutzen Fluss nicht zu hoch werden zu lassen. Die restlichen Anlagen produzierten uneingeschränkt Strom. Um die Gewässer bei solchen Wetterlagen zu schützen, verfügten die meisten deutschen Kernkraftwerke über Kühltürme.

Schließlich erklärte Wagner: „Fragen Sie mal in der Privatwirtschaft, wer denn privatwirtschaftlich ein Atomkraftwerk versichern möchte.“ Schmidt verweist hierzu auf die Deutsche Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft, einen seit Jahrzehnten bestehenden Zusammenschluss deutscher Versicherungsunternehmen zur Absicherung kerntechnischer Risiken. Die Behauptung, Kernkraftwerke seien nicht versicherbar, sei daher unzutreffend.

Dr. Paul Schmidt erklärt abschließend: „Johannes Wagner bezeichnete unsere Fragen im Bundestag als ‚faktenleugnerische Dinge‘, doch weder seine Angaben zum Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung noch seine Aussagen zu Frankreich oder zur Versicherbarkeit von Kernkraftwerken entsprechen den tatsächlichen Fakten.“