17.04.2026 Meine Rede zu den kleinen modularen Reaktoren (SMRs, mit Video)

Am Donnerstag, den 16. April 2026, durfte ich im Bundestag reden. Als Kernkraft der Zukunft entwickeln die Länder um uns herum gerade Small Modular Reactors (SMRs), also kleine modulare Reaktoren. Sie  bestehen aus vorgefertigten Modulen und sind standardisiert. Die EU-Kommission erwartet bis 2050 die Inbetriebnahme von 17 bis 53 Gigawatt an neuen SMR in Europa. Das bedeutet eine sichere Energieversorgung, neue und gut bezahlte Arbeitsplätze, Exportchancen, neue Wertschöpfungsketten für Fertigung, Brennstoffkreislauf, Werkstoffe, Robotik und Ingenieurswesen. Und wir in Deutschland? In den drei Fachgremien bei der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) sind wir nicht vertreten. Ein echtes Armutszeugnis für die Bundesregierung, sich noch nicht mal in eine fachlich ausgerichtete Diskussion zu SMR einzubringen.


Dr. Paul Schmidt (AfD):
Sehr geehrter Herr Präsident!
Frau Ministerin Reiche!
Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Gestern vor genau drei Jahren hat Deutschland seine letzten drei laufenden Kernkraftwerke auf Betreiben vor allem der Grünen und der SPD abgeschaltet, obwohl sie zu den sichersten und zuverlässigsten der Welt gehören.

Wir bleiben dabei: Diesen riesigen Fehler wollen wir als Erstes rückgängig machen und die drei Kernkraftwerke Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim II wieder in Betrieb nehmen, genauso wie Grohnde, Brokdorf und weitere. Das ist für jeweils unter 3 Milliarden Euro innerhalb weniger Jahre technisch möglich; nicht nur KernD und Westinghouse, auch die neue Studie von Radiant Energy gibt uns da recht.

Auch wenn es Grüne und SPD nicht wahrhaben wollen: Kernenergie war nicht nur nach der ersten Ölkrise 1973 unsere Freiheitsenergie. Wir brauchen sie auch heute, um unabhängiger zu werden und als nahezu emissionsfreie Grundlast für Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Rechenzentren und Industrie – auch wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht.

Als Kernkraft der Zukunft entwickeln die Länder um uns herum gerade die SMRs, Small Modular Reactors, also kleine modulare Reaktoren. Diese Reaktoren bestehen aus vorgefertigten Modulen. Sie sind standardisiert, haben verbesserte passive Sicherheitssysteme und unterliegen der industriellen Normung. Eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Aufsichtsbehörden ist damit möglich und auf dem Weg.

Dieses Zusammenspiel kann Bauzeiten, Projektrisiken und Kosten senken. Und genau daran arbeitet Europa. Die EU-Kommission erwartet bis 2050 die Inbetriebnahme von 17 bis 53 Gigawatt an neuen SMRs in Europa. Das bedeutet neue, gut bezahlte Arbeitsplätze, neue Exportchancen, neue Wertschöpfungsketten für Fertigung, Brennstoffkreislauf, Werkstoffe, Robotik und Ingenieurswesen.

In Kanada wird der Hitachi BWRX-300 SMR bereits gebaut. Rolls-Royce ist im britischen SMR-Programm ausgewählt und im Genehmigungsverfahren fortgeschritten. Tschechien hat sich dort für eigene SMRs eingekauft. In Schweden und Finnland laufen konkrete Vorarbeiten für neue Kernkraftprojekte, darunter SMRs.

Die Internationale Atomenergiebehörde, IAEA, hält drei Entwicklungsgruppen für die SMRs am Laufen: 63 Länder arbeiten mit, Deutschland fehlt.

Das ist der eigentliche Preis Ihrer falschen Politik: nicht nur zusätzliche Versorgungsrisiken, nicht nur industrielle Selbstzerstörung, sondern auch wissenschaftlich-technische Isolation.

Europa wird diese neuen Kernkraftwerke bauen, ob es Deutschland passt oder nicht. Wir sollten mitentwickeln, anstatt uns vom Fortschritt überrollen zu lassen.

Stimmen Sie unserem Antrag zu!

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