22.07.2026 Paul Schmidt: Bundesregierung verwässert Südbonus – Kernkraft wäre die bessere Lösung
Der baden-württembergische Bundestagsabgeordnete Dr. Paul Schmidt (AfD) kritisiert die Änderungen am sogenannten „Südbonus“ für neue Erdgaskraftwerke. „Gerade Baden-Württemberg braucht nach dem Ausstieg aus der Kernenergie eine gesicherte Stromerzeugung. Stattdessen hat die Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD den ursprünglich vorgesehenen ‚Südbonus‘ im parlamentarischen Verfahren verwässert“, sagt Schmidt. „Nun darf das erste Drittel der Standorte gerade nicht im Süden liegen!“
Wind und Sonne liefern oft kaum Strom. Doch anstatt unsere Kernkraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen, möchte Schwarz-Rot lieber zusätzliche Erdgaskraftwerke bauen lassen. Deren Standorte wurden politisch unter dem Begriff „Südbonus“ diskutiert. Ursprünglich war von der Regierungskoalition geplant, den Bau zusätzlicher Erdgaskraftwerke in den südlichen Bundesländern zu begünstigen.
Diese Vorgehensweise ist sinnvoll, denn im Süden wird deutlich mehr Strom benötigt und seit dem Ausstieg aus der Kernenergie fehlt im Süden besonders viel gesicherte Kraftwerksleistung. Der „Südbonus“ war deshalb als Ausgleich für die Standortnachteile Süddeutschlands gedacht. Im parlamentarischen Verfahren wurde kurz vor Verabschiedung des Gesetzes der „Südbonus“ verwässert. Jetzt soll es sich nach dem Willen der Bundesregierung um einen „Netzbonus“ handeln.
Baden-Württemberg ist besonders betroffen. Seit der Abschaltung der Kernkraftwerke Philippsburg 2 und Neckarwestheim II ist das Bundesland von Stromimporten abhängig. Der „Südbonus“ wurde jedoch auf Drängen der SPD im letzten Moment verwässert. „Dies ließ der SPD-Abgeordnete Martin Kröber in seiner Erwiderung auf meine Kurzintervention erkennen“, erklärt Schmidt.
Schmidt fordert stattdessen, neun derzeit stillgelegte Kernkraftwerke mit einer Leistung von rund 12 Gigawatt wieder in Betrieb zu nehmen und so die Lücken bei der gesicherten Stromversorgung zu schließen. Das würde zugleich die Strompreise senken, denn zuletzt erzeugten die deutschen Kernkraftwerke Strom für weniger als drei Cent pro Kilowattstunde.
Neun stillgelegte deutsche Kernkraftwerke könnten innerhalb von zwei bis fünfeinhalb Jahren wieder ans Netz gebracht werden und rund 12 Gigawatt gesicherte Leistung bereitstellen. Die Bundesregierung setzt dagegen auf den Neubau von Erdgaskraftwerken mit einer Gesamtleistung von 11 Gigawatt, deren Vorhaltung über einen Zeitraum von 15 Jahren massiv subventioniert wird, was den Strompreis in diesem Zeitraum weiter steigen lässt. Rechtsgrundlage dafür ist das in der letzten Sitzungswoche vor der Sommerpause vom Deutschen Bundestag verabschiedete „Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz (StromVKG)“.