Neun stillgelegte Kernkraftwerke (KKW) können in den nächsten drei bis fünf Jahren nach Einschätzung des Bundestagsabgeordneten Dr. Paul Schmidt wieder ans Netz gehen. Dabei handelt es sich um die Anlagen Brokdorf, Emsland, Grohnde, Isar 2 und Neckarwestheim II, die innerhalb von drei bis viereinhalb Jahren, und die Anlagen Krümel, Gundremmingen B und C und Philippsburg 2, die innerhalb von vier bis fünfeinhalb Jahren wieder ans Netz gebracht werden könnten. Die dafür zu erwartenden Kosten beliefen sich pro Block auf jeweils ein bis maximal knapp drei Milliarden Euro. Als Sofortmaßnahme müsste zunächst der Rückbau der KKW gestoppt und der Umfang der jeweils für das Wiederanfahren nötigen Maßnahmen ermittelt werden.
„Als AfD-Bundestagsfraktion haben wir heute einen Antrag in den Deutschen Bundestag eingebracht, in dem wir die Einsetzung einer Expertenkommission fordern, die die Details des für das Wiederanfahren Nötigen prüft“, sagt Dr. Paul Schmidt. Die Kommission solle aus elf von den Fraktionen des Bundestags zu benennenden Sachverständigen bestehen. Für die einzelnen KKW sollten jeweils Kostenschätzungen und Zeitpläne erstellt werden; am Ende solle eine Rangliste der am schnellsten wieder ans Netz zu bringenden Anlagen erstellt sein. Ergebnisse sollten bis Frühjahr 2027 vorliegen.
„Die Energieversorgung in Deutschland ist teuer und unsicher. Der Ausstieg aus der Kernkraft war ein schwerer strategischer Fehler“, betont Schmidt. Aussagen von Kanzler Friedrich Merz, wonach der Ausstieg aus der Kernkraft „irreversibel“ sei, bezeichnet Schmidt als „Unsinn“. Der Kanzler habe sich einseitig auf die Aussagen von Energiemanagern verlassen, die sich aber immer an den jeweils vorherrschenden politischen Rahmenbedingungen orientierten. In seiner Bundestagsrede begründete Schmidt den Antrag und warb um Zustimmung. Deutschland brauche eine stabile, grundlastfähige und preiswerte Stromerzeugung mit Kernkraft.
https://dserver.bundestag.de/btd/21/054/2105479.pdf