Fragen der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe

Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe

Fragen:

  1. Das Handwerk fordert ein Handwerker-Gründerzentrum mit den Schwerpunkten Gründung, Digitalisierung und Betriebsübergabe. Wie ist hierzu Ihre Position?
  1. Die craft.ROADSHOW der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe ist ein wichtiges und erfolgreiches Format, um an Karlsruher Schulen Nachwuchskräfte für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern. Wie werden Sie die craft.ROADSHOW unterstützen?
  1. Wie ist Ihr Masterplan, um dem Handwerk eine adäquate Wertschätzung und Sichtbarkeit in der Stadt zu geben, damit zukünftig auch in Karlsruhe die Verfügbarkeit des Handwerks gewährleistet ist?

Antworten:

Zu 1. Gründerzentrum:

Kleine und mittelgroße, in der Region verwurzelte Unternehmen sind als Arbeitgeber und Steuerzahler das Rückgrat unserer hiesigen Wirtschaft. Das Handwerk ist darunter ein sehr wichtiger Akteur. Es liegt daher im elementaren Interesse der Stadt, das Handwerk bei Fragen wie der Gründung, Digitalisierung und Betriebsübergabe zu unterstützen. Dieser Unterstützung des Handwerks durch die Stadt sind derzeit enge Grenzen gesetzt: Vor kurzem hat die Gemeinderatsmehrheit – gegen die Stimmen der AfD-Gemeinderatsfraktion – eine Rekordneuverschuldung der Stadt für das aktuelle Haushaltsjahr beschlossen; Ähnliches zeichnet sich für die vor uns liegenden Haushaltsberatungen für 2021 ab. Dies ist umso bedauerlicher, da sich die Gemeinderatsmehrheit inklusive des derzeitigen OB Mentrup in den vergangenen, wirtschaftlich sehr guten Jahren geweigert hat, Rücklagen für schlechtere Zeiten zu bilden, die nun leider gekommen sind. Von daher sollte das vom Handwerk geforderte Gründerzentrum in ein zentrales Kompetenzzentrum Handwerk (s. Frage 3 zu Masterplan) eingebettet werden, um die derzeitigen personellen und finanziellen Ressourcen, die die Stadt bei der Unterstützung des Vorhabens einbringen kann, so effizient wie möglich einzusetzen.

Zu 2. craft.ROADSHOW:

Während große Konzerne Personal abbauen, sucht das Handwerk händeringend nach Fachkräften, da insbesondere die Kapazitäten in den baunahen Handwerksbranchen bei weitem nicht ausreichen, um die Nachfrage zeitnah bedienen zu können. Von daher ist eine Unterstützung der Handwerksunternehmen bei der Personalrekrutierung, die zu einer Kapazitätserhöhung führt, auch ein Dienst an jedem Karlsruher Bürger, der kurzfristig eine Handwerkerleistung in Anspruch nehmen möchte und derzeit lange auf seinen Handwerkertermin warten muss.

Dementsprechend ist die Unterstützung der craftRoadshow durch das Amt für Wirtschaftsförderung fortzusetzen und bei Bedarf zu intensivieren.

Siehe hierzu auch meinen Vorschlag am Ende der Antwort auf Frage 3.

Zu 3. Masterplan für Wertschätzung und Sichtbarkeit:

Es sollte ein von der Stadt gefördertes Kompetenzzentrum Handwerk gegründet werden. Synergien mit schon bestehenden Aktivitäten, z. B. der Handwerkskammer, sollen dabei einfließen. Die Aufgaben sind: Beratung und Begleitung von Unternehmensgründungen und Unternehmensübergaben, Digitalisierung und Marketing. Bei Bedarf können weitere Aufgaben hinzukommen.

„Unternehmensgründung und Unternehmensübernahme“ sollte sich mit den praktischen Problemen und Fragen vor und nach der Gründung/Übernahme befassen und sich nicht (wie sonst üblich) auf die Themen Businessplan und Finanzierung beschränken.

Leitgedanke ist, die Erfahrung der Handwerkerschaft an die Gründer und Nachfolger weiterzugeben. Hierzu sind erfahrene, ggf. pensionierte Handwerksunternehmer als Mentoren für die Gründer und Nachfolger zu gewinnen, die das neue Unternehmen begleiten und bei konkreten Problemen helfen können.

Bei der „Digitalisierung“ sollen Kooperationen mit anderen Branchen von der Stadt angebahnt werden.

Beim „Marketing“ kann die Stadt Unterstützung bei Leistungsschauen des Handwerks anbieten, auf denen den Bürgern die Vielfalt des Handwerks präsentiert wird.

Als Lenkungs- und Mentoren-Gremium für dieses Kompetenzzentrum – ggf. aber auch unabhängig davon – würde ich helfen, einen Runden Tisch „Handwerkerschaft“ einzurichten, an dem neben der Wirtschaftsförderung auch die Schul- und die Sozial- und Jugendbehörde und das Büro für Integration beteiligt sind. So können junge Menschen fürs Handwerk gewonnen werden.

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