Mit Föhn erklärt, weshalb uns mehr Windkraft schadet
Sie erinnern sich vielleicht noch an den Physikunterricht in der Schule: Leistung ist Arbeit pro Zeit. Die elektrische Leistung wird in Watt gemessen. Der Föhn in meinem Video hat 1.400 Watt. Wenn er eine Stunde in Betrieb ist, hat er 1,4 Kilowattstunden verbraucht. Den Wert kennen Sie alle, denn der Stromverbrauch wird in Kilowattstunden berechnet.
Strom muss immer dann produziert werden, wenn er benötigt wird. Deshalb muss man im Stromnetz flexibel sein und Erzeugungs-Leistung zu- oder abschalten können. Und man muss die sogenannte Spitzenlast kennen. Das ist der Wert, der maximal an Leistung benötigt wird. In Deutschland können das bis zu 85 Gigawatt sein. Meistens sind das kalte und neblige Tage im November oder Februar. Die Sonne steht tief, es herrscht Nebel, viel Strom wird für Licht benötigt und elektrische Heizungen sind in Betrieb.
Wir haben jetzt schon 210 Gigawatt Leistung bei erneuerbaren Energien installiert. Das klingt gut – aber in der sogenannten Dunkelflaute gibt es kaum Sonne oder Wind und wir müssen Kohle- oder Gaskraftwerke zuschalten oder teuren Strom aus dem Ausland importieren. Wenn die Sonne scheint und der Wind weht, haben wir zu viel Strom. Dann müssen wir Geld ans Ausland zahlen, damit die ihre Kraftwerke runterfahren und unseren Strom abnehmen.
Die oft gehörte Aussage „wir müssen die Erneuerbaren ausbauen“ ist daher falsch. Erneuerbare Energien können nur zusätzlich sein. Wenn die Sonne scheint und der Wind weht, haben wir jetzt schon fast doppelt so viel Strom, wie wir verbrauchen können. Bei Dunkelflaute erzeugen die Erneuerbaren nur noch maximal 5 bis 15 Gigawatt, wir brauchen aber bis zu 85 Gigawatt. Wenn dann in der Summe für das Jahr gesagt wird „60 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen“, ist das irreführend.