Dunkelflaute und Brown Out im Südwesten. Am Sonntagnachmittag, dem 11. Januar 2026, war es so weit: Zusätzlich zum Rauch aus den Schornsteinen des Blocks 8 des Rheinhafendampfkraftwerks (RDK) und des Gaskessels der Stadtwerke am östlichen Ende des Rheinhafens strömte weithin sichtbar ab etwa 15:30 Uhr Rauchgase aus dem Schornstein des Blocks 7 des RDK, obwohl dieser eigentlich abgeschaltet ist. Nun wurde RDK 7 aber offensichtlich so dringend gebraucht, dass es zur Sicherstellung der Stromversorgung in Karlsruhe und der Region aus der sogenannten Netzreserve heraus wiederangefahren wurde. Grund für die vorliegende Strommangellage war das Unvermögen von Windkraft und Photovoltaik, in der zu dem Zeitpunkt – wie so oft im Winter – vorliegenden sogenannten Dunkelflaute eine verlässliche Stromversorgung sicherzustellen. Die in den Wintermonaten üblichen windarmen Wetterlagen, geschlossenen Wolkendecken und der niedrige Sonnenstand führen dazu, dass Wind- und Solaranlagen über Tage hinweg kaum Strom produzieren. Genau dann, wenn Strom besonders dringend gebraucht wird, liefern die sogenannten erneuerbaren Energien am wenigsten. Die daraus resultierende Strommangellage hat diesen Winter bereits zu einem sogenannten Brown Out geführt. Zumindest einer Gemeinde wurde der Strom vom Netzbetreiber für mehrere Stunden abgestellt – Neulußheim im Rhein-Neckar-Kreis, 39 Kilometer nördlich von Karlsruhe. Nach Berichten Betroffener gab es in der ganzen Gemeinde am 12. Januar 2026 von 01:16 bis 05:17 Uhr keinen Strom – also in den Stunden, die sich an die Inbetriebnahme des RDK 7 am Nachmittag des 11. Januar 2026 anschlossen. Der Strom reichte offensichtlich einfach nicht mehr für alle, auch wenn gleichzeitig Strom aus dem Ausland importiert wurde, zu entsprechend hohen Preisen. Für Neulußheim sind solche Abschaltungen neu, da es ganz in der Nähe des Kernkraftwerks Philippsburg liegt. Wieder einmal zeigt sich, dass der deutsche Sonderweg Ausstieg aus der Kernkraft ein fataler Fehler war.