02.02.2026 RWE-Forderung nach neuen Gaskraftwerken bei Paul Schmidt (AfD) auf Widerspruch gestoßen
Die Forderung von RWE-Chef Markus Krebber nach einem schnellen Bau neuer Gaskraftwerke ist beim AfD-Bundestagsabgeordneten Paul Schmidt auf Widerspruch gestoßen. Schmidt kritisiert, dass der nun geplante Bau neuer Gaskraftwerke energiepolitisch der falsche Weg sei und neue Abhängigkeiten schaffe. Statt Milliarden in neue Gasanlagen zu investieren, plädiert er für den Wiedereinstieg in die Kernenergie, mit dem sich die geplanten Kraftwerke seiner Ansicht nach ersetzen ließen.
Schmidt argumentiert, Gaskraftwerke seien weder nachhaltig noch langfristig wirtschaftlich. Durch ihren Bau und Betrieb werde der Strom noch einmal erheblich teurer werden. Sie verlängerten zudem die Abhängigkeit von Gasimporten und machten Deutschland erneut verwundbar gegenüber geopolitischen Krisen. Deutsche Kernkraftwerke hingegen könnten über Jahrzehnte hinweg verlässlich, günstig und unabhängig vom Wetter Strom liefern und so die Versorgungssicherheit gewährleisten, ohne auf fossile Brennstoffe angewiesen zu sein. Dies hätten sie ja in den letzten Jahrzehnten unter Beweis gestellt. Aus Sicht des AfD-Politikers würde ein Kurswechsel in der Energiepolitik sowohl Kosten senken als auch das tun, was der Bundesregierung ja so wichtig sei: den CO2-Ausstoß senken.
RWE-Chef Markus Krebber hatte zuvor in Berlin schnelle Entscheidungen der Bundesregierung für den Bau neuer Gaskraftwerke gefordert. Gesetzgebung, Abstimmung mit der EU-Kommission und das Ausschreibungsdesign müssten möglichst noch vor der Sommerpause abgeschlossen werden. Sollten die Zuschläge nicht spätestens im Herbst erfolgen, wäre dies laut Krebber eine „riesige Enttäuschung“. Die Ausschreibungen müssten pragmatisch und technologisch nicht überfrachtet ausgestaltet sein.
Neue Gaskraftwerke sollen im Zuge des schrittweisen Kohleausstiegs die Stromversorgung absichern und insbesondere in sogenannten Dunkelflauten einspringen, wenn erneuerbare Energien nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Die Bundesregierung und die EU-Kommission hatten sich zuletzt grundsätzlich auf Eckpunkte einer Kraftwerksstrategie verständigt. Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche (CDU) kündigte Ausschreibungen über zwölf Gigawatt zusätzlicher steuerbarer Leistung an, die bis 2031 in Betrieb gehen sollen. Details der Ausschreibungen sowie die beihilferechtliche Genehmigung durch die EU-Kommission stehen jedoch noch aus.
Krebber betonte zudem, Resilienz müsse ein zentrales Element der künftigen Energieversorgung sein. Neben neuen Kraftwerken forderte er einen schnelleren Ausbau der Stromnetze und eine zügige Elektrifizierung. Schmidt hielt dem entgegen, dass gerade die Kernenergie eine stabile und resiliente Grundlage für das Stromsystem biete und dass der Wiedereinsatz der abgeschalteten deutschen Kraftwerke den weiteren teuren Ausbau der deutschen Stromnetze überflüssig mache.