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23.01.2026 Paul Schmidt (AfD) kritisiert geplante Gaskraftwerke – Forderung nach Rückkehr zur Kernenergie
Die von der Bundesregierung geplanten zusätzlichen Gaskraftwerke stoßen beim Bundestagsabgeordneten Paul Schmidt auf Kritik. Anlass ist eine Einigung der Bundesregierung mit der Europäischen Kommission, wonach in Deutschland bis zu zwölf Gigawatt zusätzliche Erdgas-Stromerzeugungskapazität aufgebaut werden sollen. Die Ausschreibung der ersten Anlagen ist nach Regierungsangaben noch für das Jahr 2026 vorgesehen.
Der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Kernkraft der AfD-Bundestagsfraktion, Paul Schmidt, warf der Bundesregierung vor, eine grundlegende Neuausrichtung der Energiepolitik zu versäumen. Die Regierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) habe die Möglichkeit gehabt, den Ausstieg aus der Kernenergie zu revidieren, nutze diese aber nicht, erklärte Schmidt. Stattdessen setze die Bundesregierung weiter auf den Ausbau wetterabhängiger erneuerbarer Energien sowie auf neue Erdgas-Kraftwerke.
Nach Auffassung der AfD biete dieses Vorgehen keine ausreichende Versorgungssicherheit. Insbesondere in sogenannten Dunkelflauten, also Zeiten mit wenig Wind und Sonneneinstrahlung, komme es bereits heute zu kritischen Situationen im Stromnetz; bei Wind und Sonne dagegen müsse man dem Ausland viel Geld zahlen, um den überflüssigen Strom abgenommen zu bekommen, argumentiert Schmidt. Letzteres sei 2024 durchschnittlich schon für eine Stunde pro Tag der Fall gewesen. Die AfD sieht daher in der aktuellen Energiepolitik massive strukturelle Probleme.
Statt neue Gaskraftwerke zu errichten, plädiert die AfD-Bundestagsfraktion für eine Rückkehr zur Kernenergie. Nach Angaben Schmidts könnten die zuletzt stillgelegten drei deutschen Kernkraftwerke bei einer Wiederinbetriebnahme zusammen fast 4,5 Gigawatt grundlastfähige Leistung bereitstellen. Auch weitere Anlagen ließen sich aus Sicht der AfD technisch wieder ertüchtigen, sofern der politische Wille dazu vorhanden sei.
Zur Unterstützung dieser Forderung verwies Schmidt auf internationale Erfahrungen, insbesondere aus den USA. Dort seien zahlreiche Kernkraftwerke mit Hilfe spezialisierter Zulieferfirmen für Laufzeitverlängerungen von 30 Jahren modernisiert worden. Diese Unternehmen stünden auch in Deutschland bereit, um die teilweise zurückgebauten Anlage für weitere 30 Jahre ans Netz zu bringen.
Die geplanten neuen Gaskraftwerke sieht Schmidt kritisch, insbesondere im Hinblick auf deren perspektivischen Betrieb mit Wasserstoff. Dieser sei dreimal so teuer wie Erdgas und eigne sich nicht als Grundlage für eine bezahlbare und verlässliche Stromversorgung. Deutschland brauche eine energiepolitische Kehrtwende, um Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie wieder herzustellen, erklärte Schmidt.
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